„Der Musik auf andere Art Leben einhauchen“ und „neuartige Brücken bauen“: Wenn Markus Poschner darüber spricht, wie er das Publikum noch intensiver für jene Werke, die er interpretiert, begeistern möchte, fallen Formulierungen wie diese. Dem Dirigenten, der ab der Saison 2026/27 Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien sein wird, ist Vermittlung ein ganz wichtiges Anliegen. Er, der seit 2017 das Bruckner Orchester Linz und außerdem seit der Saison 2025/26 das Sinfonieorchester Basel leitet, ist überzeugt, dass „es in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, dass bei einem Konzert einfach um 19.30 Uhr die Lichter angehen, gespielt wird und um 22 Uhr alle nach Hause gehen. Vielmehr müssen wir auf verschiedenste Art und Weise unsere Begeisterung für Musikstücke zeigen und Verbindung zum Publikum schaffen.“
Um dies zu tun, geht Poschner in der Saison 2026/27 im Musikverein ganz bewusst auf das Publikum zu – mit Konzerten, in denen Werkerläuterungen und Aufführungen einer Komposition ineinandergreifen und miteinander verschmelzen sollen. In der neuen Konzertreihe „Poschners Meilensteine“ möchte der Dirigent im Großen Musikvereinssaal gemeinsam mit dem Orchester bahnbrechende Werke aus dem 20. Jahrhundert vorstellen, beispielsweise solche von Dmitrij Schostakowitsch und Béla Bartók. Markus Poschner wird diese Meilensteine der Musikgeschichte erläutern, gemeinsam mit dem Orchester musikalisch durchleuchten und erklären, Hintergründe und Zusammenhänge deutlich machen. Das Sprechen über Musik geht dabei direkt in das Spielen der Werke über, wobei Poschner, wie er selbst sagt, „nicht einfach nur Wissen vermitteln will, das sowieso jeder nachlesen kann, sondern Emotionen und Erfahrungen“. Zusätzlich wird Poschner auch in den von ihm dirigierten Abonnementkonzerten des ORF RSO Wien einführend über die Stücke des Abends sprechen und seine musikalischen Erfahrungen mit dem Publikum teilen. „Mir geht es darum, dass das Publikum auch über Herausforderungen und Besonderheiten in der Umsetzung Bescheid weiß. Wir werden auch Geheimwissen preisgeben, das sonst vielleicht selten oder nie thematisiert wird – und wir wollen, dass das Publikum, bevor wir dann zu spielen beginnen, weiß, was uns an dem jeweiligen Werk fasziniert und beschäftigt“, hält Poschner fest. „Es geht weniger darum, das Werk in seiner Gesamtheit zu erfassen, als darum, unsere persönliche Leidenschaft zu diesem zu vermitteln.“




