Johannes Brahms – Musik der Umarmung
„Brahms ist für mich Musik über Liebe und Umarmung. Seine beiden Klavierkonzerte, die ich im Musikverein an einem Abend mit dem Mahler Chamber Orchestra ohne Dirigenten aufführen werde, sind für mich keine eigentlichen Konzerte, sondern eher Symphonien mit Klavier: große Kammermusik, ein Miteinander, bei dem jeder zuhört und antwortet. Ich liebe seine Trios, Quartette und Quintette, diesen intensiven Dialog zwischen Stimmen, der fast telepathisch funktioniert. Wenn ich Brahms spiele, geht es mir nicht um äußeren Effekt oder Spektakel, sondern darum, die innere Gefühlswelt des Komponisten zu entdecken und sie durch Klang lebendig werden zu lassen.“
Musizieren in Wien – Teil einer lebendigen Geschichte
„Wenn man in Wien musiziert, spürt man sofort, dass man Teil einer lebendigen Kultur ist. Man wird von dieser Tradition regelrecht getragen – als wäre man ein Glied in einer großen, fortlaufenden Geschichte. Das ist unglaublich inspirierend, weil man merkt, dass Musik hier wirklich zählt, dass die Gesellschaft sie braucht. Man fühlt sich nicht allein auf der Bühne, sondern als Teil eines gemeinsamen, kulturellen Moments.“
Der Musikverein – Kampf mit dem Raum
„Wenn man es nicht genießt, im Musikverein zu spielen, dann liegt das an einem selbst, nicht am Saal. Diese leichte Unbequemlichkeit, die man aufgrund der erbarmungslosen Akustik des Saales manchmal spürt, macht das Erlebnis überhaupt erst besonders. Sie zwingt einen, noch wacher zu hören, noch intensiver zu gestalten. Man kämpft ein bisschen mit dem Raum – und genau in diesem Moment des Suchens entsteht etwas wirklich Schönes.“




