„Ich versuche niemals, mit meiner Musik etwas zu illustrieren. Ich schreibe keine Programmmusik“, hielt Francesca Verunelli in einem Interview fest. Genauso vehement legt sie Wert darauf, dass sie mit Klängen Zeit gestaltet und nicht die Zeit ein vorgegebenes Gefäß für ihre Musik ist. Die italienische Komponistin denkt viel über Musik im Allgemeinen und im Speziellen über den Entstehungsprozess ihrer eigenen Werke nach. Sie ringt um jedes Wort, um ganz präzise zu sein, sie feilt an jeder verbalen Äußerung über ihre Arbeitsschritte und – bevor sie zu Papier gebracht ist – über ihre Vision ihrer eigenen Musik. Denn nichts ist schwieriger in Worte zu fassen, als die Beschaffenheit von Klängen oder die Atmosphäre einer zukünftigen Komposition.
Als „Komponistin im Fokus“ ist Francesca Verunelli in der Saison 2026/27 eingeladen, dem Publikum ihre klangintensive, musikalische Sprache vorzustellen. Diese hat sie sich bereits in jungen Jahren zu erarbeiten begonnen: Geboren 1979 in einer kleinen Stadt nahe Florenz, studierte sie zuerst Klavier und bald Komposition in Florenz und Rom. Im Anschluss daran nahm sie am IRCAM Paris an Kompositions- und Computermusikkursen teil. Die elektronische Musik spielt in ihren aktuellen Werken nur noch selten eine Rolle. Diese Auseinandersetzung war für sie wie ein „Laboratorium des Denkens und ein Ort, an dem ich musikalische Ideen ausprobieren und reflektieren kann. Das Ziel dieses Laboratoriums ist das musikalische Denken selbst, nicht unbedingt ein Musikstück“, erzählt sie.




