Dresden, Mitte der 2010er Jahre. Ein junger Musiker der Sächsischen Staatskapelle, seines Zeichens Stellvertretender Solo-Kontrabassist, geht auf sein 30. Lebensjahr zu. Er hat schon viel erreicht, hat unter den besten Dirigent:innen der Welt gespielt, ist rundum zufrieden. Und dennoch lässt ihn etwas nicht los: Er würde so gerne einmal in Ruhe auch seinen anderen musikalischen Neigungen nachkommen, die bei seiner schnellen Karriere als Orchestermusiker bisher auf der Strecke geblieben sind. Er sucht um ein Sabbatical an – und findet nun endlich Zeit, sich auch als Komponist und Dirigent auszuprobieren.
Dass Petr Popelka mittlerweile im Dirigieren seine Bestimmung gefunden hat, muss rund zehn Jahre später nicht extra betont werden. Seine steile Karriere weist ihn heute als einen der wichtigsten Vertreter seiner Generation aus. Aber seine vielfältigen musikalischen Interessen hat sich der immer noch junge Musiker bis heute bewahrt. Selbstverständlich pflegt er als Chefdirigent der Wiener Symphoniker das symphonische Kernrepertoire, doch genauso gerne bewegt er sich abseits der ausgetretenen Pfade, holt vor den Vorhang, was ihn musikalisch berührt, aber im konventionellen Konzertalltag oft das Nachsehen findet.




