Erinnern Sie sich an Ihren ersten Besuch im Musikverein? Welche Eindrücke sind damit verbunden?
In der zweiten oder dritten Klasse – ich war in Salzburg im musischen Gymnasium – haben wir eine Wien-Reise gemacht, und unser Musiklehrer hat einen Ausflug in den Musikverein geplant. Wir durften eine Probe besuchen, und man hat sofort gemerkt: Wir waren alle voller Respekt vor diesem Raum. Es ging uns gar nicht so sehr um die Probe, sondern wir haben diese Atmosphäre mitbekommen, diese Geschichte – man hat gespürt, dass das ein wichtiger, besonderer Ort ist. Und als ich dann mit 18 Jahren in Wien studiert habe, war ich ständig am Stehplatz. Ich liebe diese Plätze bis heute und habe ganz viele schöne Erinnerungen in diesem Haus.
Inzwischen sind Sie selbst in den verschiedenen Sälen des Hauses aufgetreten. In der Saison 2025/26 kommen Sie als Künstlerin im Fokus unter anderem mit zwei Kammermusikprogrammen in den Musikverein. Was bedeutet Kammermusik für Sie?
Ich bin mit Kammermusik großgeworden. Mein Vater ist Cellist des Hagen Quartetts, meine ersten Konzerterlebnisse waren Kammermusik. Für mich ist es selbstverständlich, Kammermusik zu spielen: Wenn man eine Gruppe an Leuten gefunden hat, die harmonieren und sich blind verstehen, ist so viel Vertrauen da, dass man frei Musik machen kann – das ist das Schönste. Das gibt es auf diese Weise nur in der Kammermusik.




