Vier Fauteuils als Hörorte in den Foyers – als Hommage an den Komponisten Peter Ablinger, der Installationen dieser Art als besondere „Orte des Hörens“ konzipierte & ein radikal konzeptuelles Denken verfolgte, das nicht ohne poetische Konsequenzen blieb – verdichtet in seinem Satz: „Not the sound! But the listening is the piece.”
SITZEN UND HÖREN
WEISS / WEISSLICH 11b
Lauschen Sie mit voller Aufmerksamkeit und versuchen Sie, alles wahrzunehmen, was Sie umgibt: jedes Geräusch, jedes Stimmengewirr, jede ferne Musik, jedes leise, tiefe Brummen. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf und beschreiben Sie für sich selbst, ob Ihnen diese Klänge etwas erzählen; ob sie vielleicht Stimmungen hervorrufen oder Erinnerungen wecken. Sie sind dabei Zuhörer:in, Interpret:in, Komponist:in in Personalunion. Hören Sie richtig zu – 4:33 oder 15 Minuten lang – und schon entsteht Musik.
Richten Sie Ihren Fokus auf jene Geräusche, die meist unbeachtet bleiben: wie das Ablegen von Mänteln, das Klirren von Gläsern oder das Vorüberfahren von Autos. Schreiben Sie in Echtzeit so viel und so genau wie möglich auf. Sie werden dabei selbst zum aktiven Performer:in und womöglich erstaunt sein, wie viele Klänge Sie entdecken, die Ihnen sonst entgangen wären. Wir bitten Sie, von Dankesworten oder Gastkommentaren abzusehen. Versuchen wir stattdessen, mit diesem Buch gemeinsam ein künstlerisch pures Geschenk zu kreieren, indem wir darin die Vielfalt und Schönheit unserer Höreindrücke festhalten. So kann ein höchstpersönliches Hörprotokoll entstehen – und zugleich ein kollektives Hörporträt des Musikvereins, dieses besonderen „Hauses des Hörens“.
Mit der Schnecke lässt sich auf performative Weise spielen: Bewegen Sie sie – stets sehr behutsam – ein wenig vom Ohr weg und wieder zum Ohr hin. Lauschen Sie aufmerksam und vergegenwärtigen Sie sich dabei das ganze Spektrum der Vokale: A, E, I, O, U. Sie werden feine Unterschiede in der Klangfärbung wahrnehmen und mit etwas Hingabe vielleicht sogar eine richtige „Symphonie“ im Ohr komponieren. Wenn wir eine Schnecke ans Ohr halten, hören wir Rauschen – oder, wie Kinder sagen, „das Meer“. Tatsächlich gibt ihr Gehäuse nichts anderes wieder als die Filterung der Klänge seiner Umgebung, geformt durch seine eigene Raumstruktur. In diesem Sinne erinnert uns die Schnecke daran, dass Wahrnehmung immer von den Bedingungen ihrer Formung abhängt. Das Gehörte ist nie nur Welt, sondern stets auch Resonanz und Echo unseres Selbst.
An drei Hörorten laden wir Sie ein in unterschiedlich "gestimmte" Schneckengehäuse hineinzuhören und damit auf performative Weise zu spielen. Erfahren Sie mehr darüber.
Der österreichische Komponist und Klangkünstler Peter Ablinger (1964–2025) arbeitete seit den 1980er Jahren an dem Werkkomplex „Weiss/Weisslich“, der sich mit den unterschiedlichen Aspekten des weißen Rauschens auseinandersetzt. Dabei bediente er sich verschiedenster Medien – darunter Instrumente, Installationen, Objekte, elektroakustische Stücke, Hinweisstücke, Prosastücke sowie Musik ohne Klänge. Der Zyklus umfasst insgesamt 36 Teile.
Cookies sind kleine Textdateien, die von Websites auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Sie enthalten Informationen über Ihr Surfverhalten, z. B. Login-Daten, Spracheinstellungen oder Warenkörbe. Cookies helfen dabei, Webseiten nutzerfreundlicher zu machen und personalisierte Inhalte oder Werbung anzuzeigen. Sie können in Ihrem Browser verwalten, welche Cookies gespeichert werden dürfen.