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Saison 25/26
Die Wiener Symphoniker begehen mit Chefdirigent Petr Popelka das Festkonzert zum 125. Jubiläum im Großen Saal des Musikverein Wien.

125 Jahre Wiener Symphoniker

von
Markus Siber
Ein Orchester verbeugt sich im reich verzierten großen Saal. Die Musiker:innen tragen dunkle Kleidung und Anzüge. Im Saal hängen mehrere Kristallluster, über dem Podium ist eine historische Orgel. der gesamte Raum ist gold verziert
© Julia Wesely

#Löwenstark

Aufbruchsstimmung im Großen Musikvereinssaal: Am 30. Oktober 1900 dirigierte Ferdinand Löwe das Gründungskonzert der Wiener Symphoniker, damals unter dem Namen „Wiener Concert-Verein“, der bis heute im 1987 neu gegründeten „Wiener Concert-Verein“ mit einem eigenen Zyklus im Brahms-Saal fortlebt. Löwe, ein Bruckner-Schüler am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde (an dem er später auch selbst unterrichtete), führte das Orchester bis 1925 an. Die „Pflege und Popularisierung der symphonischen Musik“ war der Gründungsgedanke des Klangkörpers. Das Spektrum reichte damals von „populären Concerten“ im Volksgarten bis zu sogenannten Gesellschaftskonzerten im Musikverein. Beim Geburtstagskonzert am 30. Oktober 2025 dirigiert Chefdirigent Petr Popelka Werke von Wagner, Ravel, Berg und Mozart.

#EngerDraht

Die Verbindungen zwischen den Wiener Symphonikern und dem Wiener Musikverein sind seit jeher eng. Ein besonderes Naheverhältnis bestand in den Jahren, in denen Wilhelm Furtwängler (1927–1930) und Herbert von Karajan (1948–1964) in Personalunion die musikalischen Geschicke der beiden Institutionen lenkten.

#Zyklisch

Zyklische Aufführungen von Werkgruppen wichtiger Komponisten sind heute eine liebgewonnene Tradition, galten aber um 1900 noch nicht als selbstverständlich. In Wien waren jedenfalls die heutigen Wiener Symphoniker die Ersten, die Beethovens Symphonien in ihrer Gesamtheit zur Aufführung brachten. Aufs Ganze ging in der Saison 1952/53 auch Herbert von Karajan, der anlässlich von Beethovens 125. Todestag unter anderem alle Symphonien und einen konzertanten „Fidelio“ dirigierte – natürlich im Musikverein. 2014 legte der damalige Chefdirigent Philippe Jordan eine Gesamteinspielung aller Beethoven-Symphonien mit den Wiener Symphonikern vor.

Petr Popelka beim Dirigieren. Mann mit schwarzen Haaren und Vollbart mit erhobenen Händen beim Dirigieren.
© Julia Wesely
„Klassische Musik ist für alle da!"

#Geburtshilfe

Die Liste der Werke ist lang, die vom Musikverein aus in die Welt gingen. An der Wiege bahnbrechender Kompositionen standen dabei sehr oft Musiker:innen der heutigen Wiener Symphoniker. 1903 wurde Bruckners Neune Symphonie in einer stark bearbeiteten Fassung von Ferdinand Löwe uraufgeführt, zwei Jahre später folgten Schönbergs „Pelleas und Melisande“ und Zemlinskys „Seejungfrau“. Das Jahr 1913 brachte die Uraufführung von Schönbergs umjubelten „Gurre-Liedern“ – aber auch jenes Skandalkonzert, in dem Kompositionen von Zemlinsky, Werbern und Berg sprichwörtlich abgewatscht wurden. Viele weitere Uraufführungen sollten folgen.

#Arbeiter-Symphoniekonzerte

Klassische Musik ist für alle da! Diese Überzeugung ist in den Genen der Wiener Symphoniker fest verankert und seit 1905 auch Programm. Da fand nämlich unter der Leitung von Ferdinand Löwe im Musikverein das erste Arbeiter-Symphoniekonzert statt. Auf den Pulten der Musiker:innen lagen damals Noten von Weber, Wagner und Beethoven. Im Bereich der Musikvermittlung arbeiten der Musikverein und die Wiener Symphoniker auch heute in vielen Bereichen zusammen: Orchesterkonzerte für Kinder, Jugendliche und Familien sowie Probenbesuche für Schulklassen erfreuen sich großer Beliebtheit.

#Popelka

Der aktuelle Chefdirigent der Wiener Symphoniker kennt den Musikverein wie wenige andere. Als Jugendlicher, der an Wochenenden aus Prag angereist war, beobachtete er zunächst vom Stehplatz aus die wichtigsten Dirigenten der Zeit. Später gastierte er als Stellvertretender Solokontrabassist der Sächsischen Staatskapelle Dresden regelmäßig im Großen Musikvereinssaal. Aber auch als Komponist trat er im Musikverein bereits in Erscheinung: 2015 wurden vom Stratos-Quartett und Pauli Jämsä seine „Szenen für Klavierquartett“ uraufgeführt. Mit einer fulminanten Aufführung von Schönbergs „Gurre-Liedern“ im Musikverein startete im Herbst 2024 seine verheißungsvolle Ära als Chefdirigent der Wiener Symphoniker.

Ausschnitt einer Landkarte von Wien, in der der Wiener Musikverein markiert ist.
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25/26

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