Europa, Nordamerika, Asien: Lukas Sternath hat schon als Knirps die Welt bereist – allerdings noch nicht als Pianist: Er steckte damals in einem Matrosenanzug der Wiener Sängerknaben. „Es war eine prägende, aufregende Zeit“, erinnert sich Sternath. Prägend, weil man „als Kind auf natürliche Art lernt, mit der Musik zu atmen“. Und aufregend? Selbstverständlich wegen all der Reisen und des Rampenlichts.
Damit war vorerst Schluss, als der Stimmbruch einsetzte. Doch Sternath hatte bereits ein neues Ziel für sein Musiktalent gefunden – nämlich das Klavier. Auf die Ausbildung an der Wiener Musikuniversität folgten bald Lorbeeren: 2022, mit 21, gewann Sternath nicht nur den Ersten Preis, sondern sieben weitere Auszeichnungen beim renommierten ARD-Wettbewerb. Wie fühlte sich dieser Sieg an? Als wäre der Jungpianist so richtig „angekommen“ im internationalen Musikbetrieb? Sternath formuliert es lieber anders: „Ich hoffe, dass ich nie endgültig irgendwo ‚ankomme‘ – es würde Stillstand für mich bedeuten. Ich würde eher sagen, mit diesem Erfolg hat für mich meine Reise begonnen.“
Höchste Bedeutung besitzt auf diesem Weg ein Weltstar, den man – um im Bild zu bleiben – Sternaths Reisebegleiter nennen könnte: Igor Levit. Seit 2021 unterrichtet der deutsche Virtuose den jungen Wiener an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und unterstützt ihn auch mit praktischen Ratschlägen. „Igor ist ein riesiger Einfluss“, schwärmt Sternath. Levit helfe ihm auch dabei, „mit dem Klassikbetrieb richtig umzugehen und darauf zu achten, sich nicht selbst zu verlieren“. Diese Tipps sind Gold wert für den österreichischen Nachwuchsmusiker, der sich nicht rasch verheizen lassen will. „Ich möchte noch in 70 Jahren Klavier spielen können und meinen Beruf genießen.“




